Gemeinsames Wort der Essener Kirchen zum Umgang mit Flüchtlingen

Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe sind die wichtigsten Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben


Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Schwestern und Brüder,


auch in Essen beherrscht kein Thema die öffentliche Diskussion derzeit so stark wie der Umgang mit Flüchtlingen, die in unsere Stadt kommen. In vielen Begegnungen dieser Tage verbinden sich Traurigkeit und Hoffnung. Angst und Streit stehen neben Solidarität und großer Offenheit. Kritik an einzelnen Standorten und der Protest gegen das, was wir aufgeben müssen und hinnehmen sollen, verbindet sich in der Wahrnehmung mit dem vielfältigen Bemühen um eine gelingende Integration von Flüchtlingen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Dies alles wird überlagert von der bundesweiten Diskussion, von menschenverachtenden Äußerungen in den Sozialen Netzwerken und Internetforen und jenen beschämenden Bildern etwa aus dem sächsischen Clausnitz, die für eine neue Dimension des Hasses und der Fremdenfeindlichkeit stehen. Aus diesem Anlass wenden wir uns heute mit diesem gemeinsamen Wort an Sie.

Ende 2015 waren in den Essener Flüchtlingsunterkünften 4.271 Menschen untergebracht. Bleibt der Zuzug von Flüchtlingen in diesem Jahr auf dem Niveau von 2015, werden der Stadt Essen weiterhin vom Land Nordrhein-Westfalen 533 Flüchtlinge pro Monat zugewiesen. Das sind 6.400 im Jahr. Den Ausgleich aus dem Jahr 2015 eingerechnet, werden dringend insgesamt 8.400 neue Unterkunftsplätze benötigt. Wenn es sie nicht gibt, droht Wohnungslosigkeit für Männer, Frauen und Kinder.

Aus vielen Stimmen spricht in diesen Tagen die Sorge um den sozialen Frieden in der Stadt. Das ist verständlich und wir nehmen diese Sorgen sehr ernst.

Mit vielen Verantwortlichen sehen wir, das Massenunterkünfte auf Dauer problematisch sind. Dennoch sind sie Orte, an denen erste Not gelindert und Hilfe geleistet wird. Wir treten weiter dafür ein, angemessene, kleinere Wohneinheiten zu finden und zu errichten.

Angesichts der Größe der Herausforderungen und des Zeitdrucks der anstehenden Entscheidungen wird es andererseits jedoch schwer werden, schnell eine Lösung zu finden, die allen gleichermaßen gerecht und von allen akzeptiert wird.

Eine Entscheidung über verschiedene Standorte ist nach langer, intensiver und kontroverser Diskussion von den Mitgliedern des Rates getroffen worden. Sie ist nun Grundlage dafür, wo Flüchtlinge untergebracht werden. Die Sorge um jeden Menschen, der in Not geraten ist, bleibt jedoch Aufgabe der ganzen Stadtgesellschaft und damit auch unserer Gemeinden und Einrichtungen. Gerechtigkeit ist nicht nur eine Frage von Standorten.

Insofern ist der Umgang mit Flüchtlingen eine Bewährungsprobe: Was trägt uns, wie kann der Alltag der verschiedenen Menschen in unserem städtischen Gemeinwesen gelingen? Trotz vieler Fragen und auch nachvollziehbarer Kritik, bei allen Sorgen und Einwänden müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe zu jeder Zeit die wichtigsten Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben sind.

„Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen." Das Jesus-Wort aus dem Matthäusevangelium (Kapitel 25, Vers 35) erinnert uns daran, dass wir in der Bibel zahlreiche Zeugnisse finden, die die Erfahrungen von Verfolgung und Flucht aufgreifen. Die Gebote der Bibel fordern immer wieder dazu auf, die Fremden zu schützen und sie zu lieben wie sich selbst (3. Mose 19,32-34 und andere Stellen). Vor diesem Hintergrund sehen wir es als eine unserer grundlegenden Aufgaben an, für verfolgte und gefährdete Menschen einzutreten. Wir stellen uns an die Seite der Menschen, die in unserem Land Zuflucht suchen.

Die Erfahrungen aus der Flüchtlingsarbeit zeigen, dass sich dieser Einsatz nicht nur in positiver Weise auf die jeweilige Kirchengemeinde auswirkt, sondern auch für Frieden im ganzen Stadtteil sorgt. Jedes Bemühen, Flüchtlinge kennenzulernen und ihre Geschichte zu hören, hilft, Fremdheit und Ängste zu überwinden und führt zu einem Miteinander in Nächstenliebe. So werden Andere nicht mehr als Bedrohung der eigenen Existenz wahrgenommen, sondern als von Gott geschaffene und von ihm geliebte Mitmenschen.

Die Flüchtlinge, die hier in Essen ankommen, sind ein Teil des Alltags in unserer Stadt und sie brauchen uns. Nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahren. Ihre Integration in Kindergarten und Schule, in der Ausbildung und im Arbeitsplatz und allen Bereichen des kulturellen Lebens ist eine große Herausforderung, die bewältigt werden muss. Ein gutes Zeichen: Die Hilfsbereitschaft, die Flüchtlingen hier in Essen entgegengebracht wird, ist enorm. Da ist so viel gabenorientiertes, großartiges Engagement - in Sprachkursen, bei der Versorgung mit Kleidung, bei der Gewährung von Obdach, in der Begleitung bei Behördengängen, bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Allen, die ehrenamtlich oder beruflich, ob aus Kirche, Diakonie und Caritas vor Ort, aus Zivilgesellschaft, Staat oder Politik, helfen, Flüchtlinge zu begleiten und zu beteiligen, danken wir deshalb hiermit von ganzem Herzen!

Wir erleben dieser Tage auch, dass Menschen, die sich in der Flüchtlingsbegleitung ehrenamtlich engagieren und helfen, nicht selten an ihre Grenzen kommen. Das gilt zum einen für ihre eigenen, persönlichen Kräfte. Zusätzlich belastet wird ihre Hilfsbereitschaft aber mitunter auch dadurch, dass manche Freunde, Verwandte und Nachbarn auf das Engagement für Flüchtlinge mit Ablehnung und Unverständnis reagieren. Es ist wichtig, dass unsere Kirchengemeinden Räume für Unterstützung, gegenseitige Hilfe, Trost und Seelsorge bieten. Und wir ermutigen die Seelsorgerinnen und Seelsorger, sich der Menschen, die in ihrem ehrenamtlichen Engagement an Grenzen stoßen, besonders anzunehmen, Ihnen Zeit zum Zuhören und zur Ermutigung zu schenken.

Abschließend appellieren wir an alle unsere Gemeinden, Dienste und Einrichtungen, in ihrem Engagement nicht nachzulassen und sich zugleich entschieden allen rassistischen Ressentiments entgegenzustellen. Helfen Sie mit, dass Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit in unserer Stadt nicht gewinnen – sondern Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit uns mit allen verbinde, die nach Versöhnung und Frieden suchen!

Dafür erbitten wir Gottes Segen.

 

Essen, 26. Februar 2016

Pfarrer Dr. Jürgen Cleve
Stadtdechant des katholischen Stadtdekanats Essen

Pfarrerin Marion Greve
Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Essen

Pastor Lars Linder
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Essen (ACK)

Altfrid Norpoth
Vorsitzender des Katholikenrates in der Stadt Essen

 

pdf-Text als download


Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge, beschlossen in der Frühjahrs-Vollversammlung


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Förderung von Wohnraum für Flüchtlinge

Die Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt mit zinsgünstigen Darlehen über die NRW.BANK die Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge.

Info zur Förderung von Wohnraum für Flüchtlinge


Predigt von Stadtdechant Dr. Jürgen Cleve am 14./15.11.

predigt_JC_November15_lit.pdf

anlässlich der Attentate in Paris

 

Stadtdechant Dr. Jürgen Cleve ruft auf zur Willkommenskultur für Flüchtlinge

Stadtkonferenz und Katholikenrat Essen unterstützen diesen Aufruf!

An die Pfarreien im Stadtdekanat Essen


Willkommenskultur für Flüchtlinge


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitbrüder,


Euch und Sie möchte ich über ein Gespräch unseres Oberbürgemeisters Reinhard Paß und den verantwortlichen Beigeordneten Christian Kromberg und Peter Renzel informieren, das gestern stattgefunden hat. Die Kommunen müssen darauf reagieren, dass viel mehr Menschen als Flüchltinge zu uns kommen, als von Bund und Länd erwartet worden sind. Essen wird demnach rund 600 Flüchtlinge in sehr kurzer Zeit mehr aufnehmen. Das ist für alle eine große Herausforderung.


Damit diese Menschen nicht obdachlos werden, wird die Stadt an drei Orten so genannte „Flüchtlingsdörfer“ errichten lassen, die von der Organisation european homecare (http://www.eu-homecare.com/) betrieben werden. Caritas und Diakonie sollen auch dort die Verfahrensberatung gewährleisten. Die Dörfer werden aus Zelten mit festen Wänden und zum Teil mit Containern ergänzt so aufgebaut, dass jede Familie auch einen privaten Rückzugsraum erhält.


Die Stadtverwaltung hat dafür drei Standorte ermittelt:
   • Am Volkswald, Heidhauser Straße 141, (Heidhausen),
   • Altenbergshof, Altenbergstraße 14-16 (Nordviertel),
   • Planckstraße 42 (Holsterhausen).

An zwei der Standorte werden kurzfristig Flüchtlingsdörfer errichtet. Die Entscheidung wird noch in dieser Woche fallen. Informationen der Stadt sind unter https://www.essen.de/rathaus/unterbringung_von_asylbewerbern_faqs.de.html übersichtlich zusammengestellt.


Im Gespräch und in der anschließenden Diskussion habe ich die Überzeugung gewonnen, dass sich die Verantwortlichen in der Stadt viele Gedanken gemacht haben, um angesichts der Kürze der Zeit und der Herausforderung eine vernünftige und gute Entscheidung zu treffen. Im Entscheidungsprozess sind auch viele andere Standorte geprüft worden. Sie haben aber Mängel, die eine Unterbringung von vielen Flücht-lingen an einem Ort in so kurzer Zeit nicht möglich machen. Diese Einschränkungen sind von außen nicht leicht zu erkennen. Deshalb trage ich diese Entscheidung mit und bitte unsere Pfarreien, Gruppen und Verbände, die Flüchltinge aich an den neuen Orten willkommen zu heißen und nach Kräften zu unterstützen.


Der Oberbürgermeister hat ausdrücklich die Arbeit der Gemeinden vor Ort und die Beteiligung der Kirchen bei den zahlreichen runden Tischen gelobt und dafür gedankt. Diesen Dank gebe ich gerne weiter. Es wäre gut, wenn wir in gemeinsamer Verant-wortung ganz nah bei den Menschen bleiben, die zu uns kommen und die für sich eine gute Zukunft erhoffen. Sie brauchen in jeder Hinsicht unsere Unterstützung. Der Ortscaritasverband übernimmt dabei gerne koordinierende Aufgaben und sorgt mit für eine gute Struktur und Vernetzung der Angebote (32003-0) (http://www.caritas-e.de/). Vor allem, wenn an den neuen Standorten kurfristig Initiativen entstehen, ist eine Rückkopplung an die MitarbeiterInnen des OCV sehr sinnvoll.


Da es mittelfristig auch um die Unterbringung von Flüchtlingen an anderen Orten und die Vermittlung von Wohnraum geht, hat Herr Renzel das Angebot aufgegriffen, sich mit den Verwaltungsleitungen, den Kirchenvorständen und den in den Pastoralteams, Pfarreien und Gemeinde und in den Verbänden – insbesondere den Caritas-konferenzen vor Ort – zusammenzusetzen, um weiter konkrete Hilfen durch die Pfarreien auszuloten. Er möchte auch Informationen geben, welche Räumlichkeiten gesucht und welche Anforderungen an Wohnraum gestellt wird. In den nächsten Tagen erwarten wir seinen Terminvorschlag für ein solches Treffen, das Mitte August bis Anfang September stattfinden soll. Es wird nicht möglich sein, einen solchen Termin mit allen Partner zu koordinieren. Bitte sorgen Sie in den Pfarreien dafür, dass Sie dort angemessen vertreten sind.


Bitte geben Sie diese wichtige Information in Ihren Pfarreien weiter, damit ein trag-fähiges Netz für die Menschen entsteht, die unsere Unterstützung benötigen. Ich darf Euch und Sie einladen, das Gebet für Frieden und Versöhnung in dieser Welt, für die vielen Menschen, die auf der Flucht sind, und für die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Kirche mit in das persönliche Gebet und in das Fürbittgebet der gemeindlichen Gottesdienste aufzunehmen.


Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen
Ihr Stadtdechant Dr. Jürgen Cleve
__________________________________________________________________
Nachrichtlich:
Herrn Oberbürgermeister R.Paß, Beigeordnete Chr. Kromberg, P. Renzel, Katholikenrat im Stadtdekanat Essen,
Generalvikar K. Pfeffer, Bischöfliche Pressestelle, Evangelische Kirche: Superintendentin M. Greve.

Pfr. Dr. Jürgen Cleve
Dionysiuskirchplatz 16
45355 Essen
Tel.: 0201-676025
Fax: 0201-679947
juergen.cleve@bistum-essen.de
Essen, den 01.08.2015
Der Stadtdechant von Essen • Bernestr. 5 • 45127 Essen

Der gesamte Aufruf als Download.

Zum Thema "Willkommen" siehe auch auf der Seite des Bistums

 


Stellungnahme der Evangelischen und Katholischen Kirche in Essen

Frieden zählt! – Essener Kirchen erinnern an das Kriegsende vor siebzig Jahren und rufen zum engagierten Einsatz für den Frieden und die Wahrung der Menschenrechte auf

Essen – Anlässlich des siebzigsten Jahrestages des Kriegsendes am 8. Mai 1945 und vor dem Hintergrund der für den 1. Mai in Kray geplanten Demonstration „Die Rechte“ rufen die Evangelische und die Katholische Kirche in Essen alle Bürgerinnen und Bürger zum engagierten Einsatz für den Frieden und die Wahrung der Menschenrechte auf:

Das friedliche Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt ist ein hohes Gut. Frieden ist aber kein ewiger Besitz. Wie die anderen Werte Freiheit, Toleranz und Gastfreundschaft muss er immer wieder neu eingeübt werden. Auch die Gerechtigkeit als Grundlage des Friedens muss von Generation zu Generation neu eingeübt werden. Dazu gehören auch das Teilen und der Verzicht auf Gewalt. Wir danken den vielen Bürgerinnen und Bürger, die mit einem großen ehrenamtlichen Einsatz in kirchlichen, sozialen und kulturellen Projekten das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft fördern. Dieser Einsatz ist wichtig und unverzichtbar, damit alle Menschen in unserer Gesellschaft Raum zum Leben haben.

Die Erinnerung an das Ende des Krieges vor siebzig Jahren ist nur vollständig, wenn zugleich an die Ursachen erinnert wird. Unterdrückung und Vernichtung von Menschen waren ausdrücklich in der Ideologie des Nationalsozialsozialismus des Dritten Reiches grundgelegt. Sie sind nicht einfach passiert, sondern waren gewollt, geplant und organisiert. Viele haben damals dazu geschwiegen, auch Gläubige und offizielle Vertreter der Kirchen. Heute positionieren wir uns mit der Erinnerung an die Vergangenheit deutlich gegen rechtes und anderes Gedankengut, das Menschen nach ihrer ethnischen Herkunft in Klassen einteilt.

Frieden zählt! – Marion Greve, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Essen, lädt mit zahlreichen anderen Kooperationspartnern zur Ausstellung „Peace counts“ in der Marktkirche, zu Vorträgen, Konzerten und Gesprächen und zu einer Nachtlesung mit Friedenstexten im Grillo-Theater ein. Am 10. Mai findet ein Friedens- und Gedenkgottesdienst in der Kreuzeskirche statt; am 16. Mai wird in der Marktkirche der Gandhi-Preis für zivilcouragiertes Handeln vergeben. Das Programm will deutlich machen, wie wichtig es ist, dass sich junge Menschen mit der Zeit des Dritten Reiches auseinandersetzen, das so viel Leid in die Welt gebracht hat. Wir freuen uns, dass Oberbürgermeister Reinhard Pass die Schirmherrschaft für diese Reihe übernommen hat (Internet: frieden-zaehlt.de).

Stadtdechant Dr. Jürgen Cleve ruft die katholischen Christen auf, diese Veranstaltungen und Gottesdienste der Schwesterkirche zu besuchen. Er lädt ein, am 1. Mai ganz besonders für den Frieden zu beten. Die Gemeinden werden unter dem Titel „Maria, Königin des Friedens“ oder „Maria, Mutter aller Völker“ die traditionellen Marienandachten zu Beginn des Monats gestalten und an besonderen Orten für den Frieden beten. Aber das Gebet muss durch ganz konkrete Aktionen ergänzt werden. Ein erster Schritt ist, die eigene Haltung und das eigene Reden im Alltag zu überdenken und nicht zu schweigen, wenn andere angegriffen oder diffamiert werden.

Alle Kirchen und Konfessionen der Stadt setzen am Freitag, 8. Mai, um 19 Uhr ein gemeinsames, hörbares Zeichen für den Frieden: Alle Glocken werden läuten. Sie erklingen im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, bitten um den Frieden und rufen dazu auf, im Alltag zu handeln. Viele Gemeinden versammeln sich in der jeweiligen Kirche oder unter dem Kirchturm und sprechen ein Friedens- und Versöhnungsgebet.

Weitere Veranstaltungsinformationen sind den Essener Medien zu entnehmen.

 

Pfarrerin Marion Greve
Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Essen

Pfarrer Dr. Jürgen Cleve
Stadtdechant des katholischen Stadtdekanats Essen

Altfrid Norpoth
Vorsitzender des Katholikenrates in der Stadt Essen

 

 

Frieden zählt

wir empfehlen die Internetseite www.frieden-zaehlt.de der Evangelische Kirche Essen

u.a das Geleitwort

und laden herzlich ein, diese Veranstaltungen zu besuchen
(siehe Programmheft)

und damit ein Zeichen zu setzen
     für eine Kultur des Friedens und der Toleranz
und
     gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft.




Großer Zulauf zur Gegen-Demo

Foto: Bistum Essen

Über die Grenzen der Religionen, der Parteien, der sportlichen Rivalitäten hinweg kamen tausende Essener Bürger und Bürgerinnen mit Unterstützung zahlreicher Essener Unternehmen, Betriebe und Gewerkschaften am Sonntagmittag in die Essener Innenstadt und demonstrierten friedlich gegen Gewalt, Intoleranz und Rassismus.

siehe Seite des Bistums

siehe Seite des Bündnisses Essen-stellt-sich-quer

siehe Bericht in Der Westen (WAZ/NRZ)

Dank an alle Teilnehmer, die Polizei, die Organisatoren!


Pressemitteilung des Bündnisses Essen stellt sich quer Zum Ablauf der Aktionen am 18. Januar 2015

Essen, 16. Januar 2015

1 Pressemitteilung

2 Ablauf der Kundgebung Willy-Brandt-Platz

3 Technische Hinweise und Empfehlungen für die Teilnehmer von ESSQ und Polizei

4 Hinweise für die Presse/Medien am 18. Januar 2015

5 Beschreibungen der Anhänge dieser Pressemitteilung

6 Unterstützerliste, geteilt nach „Organisationen“ und „Einzelpersonen“

alle diese Informationen (als pdf)

Auszug aus dem [ESSQ] Infobrief Nr. 174: Sonntag 18.1.2015: Vielfalt steht im Vordergrund / Bündnis bekräftigt Demonstrationsaufruf

 

Essen-stellt-sich-quer wird ein Zeichen für Respekt und Toleranz setzen

 

Beachten Sie bitte  die Presseberichterstattung:

 http://www.derwesten.de/staedte/essen/ein-besonders-breites-buendnis-id10244252.html

 

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 Hinweise dazu auch auf unseren Webseiten:

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Ablauf, Anreise und Organisatorisches

 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hooligans/2015#Ablauf

 Wir starten am Sonntag, den 18. Januar um 11:30

 im Bereich Markt / Marktkirche / Porschekanzel (U-Bahn-Station "Rathaus")

 

Wir nehmen weiterhin Unterstützungen an:

 Unterstützerformular:

 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/images/2/2f/EssqerAufrufZum18Jan2015.pdf  (deutsch)

 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/images/0/0c/EssqerAufrufZum18Jan2015Tr.pdf (türkisch)

 

 Hier die aktuelle Unterstützerliste:

 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hooligans/2015#unterListe

 

 siehe auch die Haupt-Aktionsseite:

 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hooligans/2015

 

 Pressespiegel:

 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hooligans/2015/PresseSpiegel

 

 Und zur Erinnerung: 

 Am 21. September 2014 marschierten die Hooligans bei uns in Essen auf:

 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hooligans/2014#Hooligans_.22gegen_Salafisten.22_marschieren_in_Essen_auf


Sie finden hier ...

  • Aufruf vom Stadtdechanten und vom Katholikenrat

  • Ablauf der Gegen-Demo

  • Aufruf von der Evangelischen und der Katholischen Kirche in Essen

  • Aufruf vom Diözesanrat

  • Infos vom Bündnis "Essen stellt sich quer"

  • Aufruf vom Oberbürgermeister

  • Erklärung des Gesprächskreises Christen und Muslime beim ZdK

  • Formular zur Unterschrift zur Unterstützung der Aktion "No HoGeSa" von "Essen stellt sich quer"

No HOGESA - Erklärung der Katholischen und der Evangelischen Kirche in Essen und der Stadtkirche Essen zur geplanten HoGeSa-Demo

Aufruf der Katholischen Stadtkirche Essen:

Demonstration und Kundgebung am Sonntag, 18. Januar in der Essener Innenstadt

Liebe Schwestern und Brüder, sehr geehrte Damen und Herren,

ein breites Bündnis unter der Organisation von „Essen stellt sich quer“ (ESSQ) ruft zur friedlichen Demonstration und Kundgebung am kommenden Sonntag, 18. Januar auf. An diesem Tag soll öffentlich deutlich werden, dass die Essener Stadtgesellschaft für Toleranz, Freiheit und Solidarität mit den Menschen aus allen Kulturen, Religionen und Nationen eintritt.

Mit vielen Menschen leben wir seit vielen Jahrzehnten gemeinsam in unserer Stadt. Die Entwicklung des Ruhrgebiets selbst wäre ohne Zuzug und Einwanderung nicht denkbar gewesen und die Situation der Nachkriegszeit ohne die Aufnahme deren, die ihre Heimat verlassen mussten, nicht zu bewältigen gewesen. Aus dieser Geschichte zu lernen, bedeutet schlicht, Menschen anzunehmen und sie nach Kräften zu unterstützen und ein deutliches Zeichen gegen jede Art von Gewalt oder Einschüchterung zu setzen.

Deshalb rufen die Evangelische Kirche und die Katholische Kirche unsere Pfarreien, Gemeinden, Verbände, Gruppen und Vereine zur Teilnahme auf. Für unsere Kirche unterzeichnen das Stadtdekanat und der Katholikenrat diese Einladung. Die gemeinsame Erklärung von Superintendentin Marion Greve und Stadtdechant Dr. Jürgen Cleve haben wir ebenfalls beigefügt. Folgender Ablauf ist vorgesehen:

Treffen/Sammelplatz ab 11:30 Uhr im Bereich Markt/Marktkirche / Porschekanzel (Tram-Haltestelle Rathaus 50m). Die evangelische und Katholische Kirche Essen hat als Treffpunkt "vor der Marktkirche" verabredet.

Kurze Begrüßung

12:00 Uhr Beginn Demonstration durch die Kettwiger Straße an Burgplatz und Lichtburg vorbei bis zum Willy-Brandt-Platz

ca. 13:00 Uhr Eintreffen der Demonstration auf dem Willy-Brandt-Platz

ca. 13:50 Uhr Beginn der ESSQ-Kundgebung

ca. 16:00 Uhr spätestes Ende der ESSQ-Kundgebung.

Wichtig ist aber auch das Gebet und das Gedenken an die Opfer  – nicht nur der Terroranschläge in Paris – in den Gottesdiensten am kommenden Sonntag. Im Anhang finden Sie dazu einen Gebetsvorschlag und Anregungen für die Fürbitten. Vielleicht können wir im Gegenzug Ihre Gebete und Gedanken sammeln und sie dann auf unserer  Homepage veröffentlichen. Bitte senden Sie die Texte an: kr.essen@bistum-essen.de .

Wir dürfen Sie herzlich bitten, am Sonntag in die Essener Innenstadt zu kommen und diese Einladung in Ihrem Bereich weiterzugeben.

Mit guten Wünschen und herzlichen Grüßen

Ihre


gez. Dr. Jürgen Cleve, Pfr.                                                       gez.  Altfrid Norpoth

Stadtdechant                                                                           Vorsitzender Katholikenrat


Ablauf:

Demonstration

Treffen/Sammelplatz ab 11:30 Uhr im Bereich Markt/Marktkirche / Porschekanzel (Tram-Haltestelle Rathaus 50m). Die evang. und kath. Kirche treffen sich vor der Marktkirche. 

Kurze Begrüßung

12:00 Uhr Beginn Demonstration von Porscheplatz, durch die Kettwiger Straße an Burgplatz und Lichtburg vorbei bis zum Willy-Brandt-Platz

Ca. 13:00 Uhr
Eintreffen der Demonstration auf dem Willy-Brandt-Platz

Kundgebung

ca. 13:50 Uhr Beginn der ESSQ-Kundgebung

ca. 16:00 Uhr spätestes Ende der ESSQ-Kundgebung


No HOGESA - Erklärung der Katholischen und der Evangelischen Kirche in Essen zur geplanten HoGeSa-Demo

Die Katholische und die Evangelische Stadtkirchen sagen ein deutliches Nein zur Islamfeindlichkeit und zur geplanten Demonstration von Hooligans (HOGESA) in Essen. Nachfolgend die heute verabschiedete Erklärung im Wortlaut:

„Die Katholische und die Evangelische Stadtkirche in Essen distanzieren sich von der geplanten Demonstration von Hooligans (HOGESA) in Essen und rufen alle Gläubigen auf, am Sonntag, 18. Januar, ein deutliches Zeichen für die Freiheit der Religion und gegen jede Art von Gewalt und Fundamentalismus zu setzen. Wir ermutigen alle unsere Kirchengemeinden, im Sonntagsgottesdienst für Frieden, Freiheit und Gewaltlosigkeit zu beten. Denn wer so betet, verpflichtet sich selbst, diese Bitte im persönlichen Alltag und im gesellschaftlichen Engagement ganz konkret umzusetzen. In unserer Demokratie gelten Menschenrechte, Meinungsfreiheit und selbstverständlich auch Religionsfreiheit – dafür werden wir uns auch im öffentlichen Raum, auf den Plätzen und Straßen unserer Stadt Essen, einsetzen.

Seit vielen Jahren sind die Kirchen im Bereich der Flüchtlingshilfe engagiert. Wir sorgen um Menschen, die alles verloren haben und deren Rückkehr in die Heimat nicht oder nur schwer möglich ist. Die Flüchtlinge bringen ihren Glauben und ihre Religion mit – oft sind sie der einzige Halt in den Unwägsamkeiten des Alltags in der Fremde. Wer versucht, diesen Menschen den Glauben zu nehmen, nimmt ihnen ihre Würde und ihre Freiheit. In diesem Sinne gehört der Islam wie alle anderen Religionen zu unserer Gesellschaft.

Wir wollen daran erinnern, dass auch die christlichen Kirchen die Werte Demokratie und Freiheit erst lernen mussten. Heute stehen wir in der Verpflichtung, in einer offenen Gesellschaft für diese Werte und Überzeugungen einzutreten und dabei auch jene Menschen mitzunehmen, die verunsichert auf gesellschaftliche Veränderungen und Herausforderungen reagieren.

Beide Kirchen hinterfragen kritisch die Verwendung des Begriffs der sogenannten „Islamisierung“. Hier gilt es so zu differenzieren, wie es auch die muslimischen Gemeinden tun, die seit Jahrzehnten hier in unserer Stadt friedlich leben und Fundamentalismus und Extremismus ausdrücklich ablehnen.

Sollte die Demonstration der Hooligans am 18. Januar trotz ihres gestrigen Verbots durchgeführt werden, rufen beide Kirchen zur friedlichen Beteiligung an der ebenfalls geplanten Gegenkundgebung auf. Es gilt: Nicht den Parolen auf den Leim gehen, sondern für das öffentlich und privat eintreten, was eigentlich selbstverständlich, menschenwürdig und gottgefällig ist!

Dr. Jürgen Cleve, Stadtdechant der Katholischen Kirche in Essen
Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen

Essen, 6. September 2010

Der Aufruf der Evangelischen und Katholischen Kirche Essen als  downdload 

 


weitere Aufrufe zur Teilnahme an der Gegen-Demo am Sonntag 18.01.2015

Aufruf des Diözesanrates im Bistum Essen

Erklärung des Gesprächskreises Christen und Muslime beim ZdK

Aufruf von Oberbürgermeister Reinhard Paß

Aufruf von "Essen stellt sich quer", Bündnis gegen Rassismus und für Vielfalt in Essen!   bitte ausdrucken, durchlesen und wenn es Zustimmung findet bitte ausfüllen und senden an info@essen-stellt-sich-quer oder Friedrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen

weitere Infos auf
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hauptseite
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hooligans/2015