An jedem zweiten Dienstag im Monat um 17 Uhr in der Marktkirche, Essen-Mitte, Markt 2.

Ökumenische Gedenkgottesdienste für die „Unbedachten“ dieser Stadt

"Gott, du bist unsere Zuflucht zu allen Zeiten" (Psalm 90,1)

In Erinnerung an die Verstorbenen in unserer Stadt,
für die es keine Trauerfeier gab, feiern wir einen

ökumenischen Gedenkgottesdienst

Wir laden ein, daran teilzunehmen.

Die Gedenkfeier ist am Dienstag, 12. September 2017, um 17 Uhr
in der
Domkirche, Essen-Mitte,
An St. Quintin 3
.

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen
Marion Greve, Superintendentin Ev. Kirche Essen
Dr. Jürgen Cleve, Stadtdechant Kath. Kirche Essen

(weitere Infos bei der evang. Kirche oder unter ACK)

   

Zeitungsanzeige für den Gedenkgottesdienst am 08.08.2017

Stele für "Unbedachte" auf dem Hallo-Friedhof

Bericht  in der WAZ vom 28.11.2016    hier

Bericht  in Neues Ruhr-Wort Spezial vom 03.12.2016   hier

 

 

Bilder: Hubert Röser
Stele von Axel Kalenborn

Einweihung der Stele zum Gedenken an die „Unbedachten“

Samstag, 26.11.2016, 11 Uhr Hallo-Friedhof

 

Seit Januar 2008 findet in der Stadt Essen an jedem 2. Dienstag im Monat um 17 Uhr ein Gedenkgottesdienst statt für alle, die im Monat davor über das Ordnungsamt völlig anonym beigesetzt worden sind. Dazu wird am Wochenende vorher in allen Zeitungen im Namen des Oberbürgermeisters und der christlichen Kirchen in Essen eingeladen. In den Anzeigen sind ihre Namen und ihr Alter veröffentlicht.

Das, was jeder Mensch bei seinem Tod wünscht – dass seiner gedacht und für ihn gebetet wird, dass sein Leben eine Würdigung erfährt, dass um ihn getrauert wird -, all das holen die Gedenkgottesdienste nach: in ökumeni­scher Gemeinschaft und in gelebter Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt. So werden die vielen „Unbedachten“ zu Bedachten. Sie erhalten Würde über ihren Tod hinaus.

Viele nehmen an diesen Gedenkgottesdiensten teil. Das Schicksal der anonym bestatteten Menschen geht ihnen zu Herzen. Oftmals haben sie die eine oder den anderen gekannt und sind dankbar, dass sie ihrer hier geden­ken können. Manche kommen auch aus menschlicher Verbundenheit. Sie möchten ein Zeichen setzen gegen das Vergessen und die Anonymität.

Schon 2008, als die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Essen die ersten Gedenkgottesdienste hielt, entstand der Plan, ihnen ein Denkmal als sichtbares Zeichen des Erinnerns und des Gedenkens zu wid­men. Herr Pastor Gerd Belker, der damalige Vorsitzende der ACK Essen, hat dazu beigetragen, den Plan zu verwirklichen. Jetzt ist es soweit. Herr Axel Kalenborn hat die gewünschte Stele gestaltet. In ihrer Mitte steht der Spruch: „Aus Gottes Hand – in Gottes Hand“. Weiter unten der Text: „Zum Gedenken an alle in unserer Stadt, die anonym beigesetzt worden sind – die Arbeits­gemeinschaft Christlicher Kirchen und Gemeinden in Essen“.

Die Stele wird am Samstag, 26. November 2016, um 11 Uhr auf dem Hallo-Friedhof in Essen-Schonnebeck eingeweiht. Dort auf dem Friedhof ruhen bisher über 6000 Menschen, die von der Stadt Essen völlig anonym beigesetzt werden mussten. Das Denkmal will helfen, die Erinnerung an all diese Menschen wach zu halten. Zur Einweihung sind alle herzlich ein­geladen.

Begrüßungstext aus der Liturgie der ökumenischen Gedenkgottesdienste

für die Verstorbenen in der Stadt Essen, für die es keine Trauerfeier gab. 

Wir begrüßen Sie herzlich zu diesem ökumenischen Gottesdienst. Darin gedenken wir vor Gott der Menschen, die unter uns gelebt haben, bei denen es nach ihrem Tod jedoch keine Trauerfeier gegeben hat und die völlig anonym beigesetzt worden sind.

Zahlreich sind die Gründe, warum Menschen bei ihrer Beerdigung "unbedacht" bleiben. Viele von ihnen sind alt geworden und haben keinen, der für ihre Beerdigung aufkommen kann. Oftmals sind sie bis zu ihrem Sterben noch liebevoll umsorgt gewesen. Dann aber sind die verbliebenen Angehörigen und Freunde häufig nicht in der Lage, ihnen eine würdevolle Beerdigung zu ermöglichen.

Manche der Angehörigen und Freunde der Verstorbenen, derer wir in diesem Gottesdienst gedenken, sind jetzt unter uns. Gespräche und Briefe zeigen, wie sie die Initiative zu unseren Gedenkgottesdiensten begrüßen und hier in ihrer Trauer Trost finden.

Andere hatten keine Angehörigen und Freunde mehr. Ihr Tod hat das schmerzlich deutlich gemacht. Da möchten wir uns in dieser Stunde an ihre Seite stellen und bezeugen: Bei Gott ist keiner vergessen. Er kennt uns alle mit Namen. Seine Liebe trägt uns über unseren Tod hinaus.

In unserer Stadt sind jährlich um die 300 Menschen von der Situation betroffen, dass niemand da ist, der persönlich nach ihrem Tod für eine Trauerfeier und die Beisetzung sorgen kann. Für sie tritt dann das Ordnungsamt ein. Ihr Leichnam wird verbrannt und danach in einer Urne anonym auf einem städtischen Gräberfeld beigesetzt. Die dafür Verantwortlichen tun dies als letzten Dienst an ihren Mitmenschen. Dafür gilt ihnen unser Dank.

Ob wir die Verstorbenen, derer wir heute gedenken, gekannt haben oder nicht, sie gehören zu uns. Wir trauern um sie und vertrauen ihr Leben Gott an. Darum nennen wir ihre Namen und ihr Alter, entzünden für sie ein Licht und beten für sie. Dabei stellen wir uns unter die Hoffnungsbotschaft Gottes, der in seinem Sohn Jesus Christus die Macht des Todes durchbrochen und uns die Fülle des Lebens verheißen hat.

(Pastor Gerd Belker)

  

Gebet: Zukunft (Huub Oosterhuis, nach Psalm 73)

Bei dir, ich bin immer bei dir.
Du hältst mich fest, deine Hand in meiner Hand.
Alles wirst du zum Guten führen.
In deinem Ratschluss nimmst du mich mit.
Was ist der Himmel für mich ohne dich?
Was soll ich auf Erden, wenn du nicht bestehst?
Zerfällt auch mein Körper, erlischt auch mein Herz,
du bleibst mein Fels, mein Gott,
die Zukunft, die auf mich wartet.

Amen.