01.04.2019

P. Lutz Müller SJ | Abuna-Frans-Haus, Frohnhausen

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, anbei finden Sie drei Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen, die für allen Interessierten offen stehen. Gern können Sie diese Flyer weiterleiten, veröffentlichen, besprechen und empfehlen! Mit vorösterlichen Grüßen, P. Lutz Müller SJ Frohnhauserstr. 400, 45144 Essen lutz.mueller@jesuiten.org | www.abuna-frans-haus.org M 0174 792 4040 | Tel. 0201 50722711

1. OSTERN

Zunächst lade ich Sie ein zu einer Ganznachtvigil an Ostern! Wir feiern die ganze Nacht hindurch (ab Karsamstag 23 Uhr bis Ostersonntag 8 Uhr)und entdecken die Heilsgeschichten des Alten Testaments neu. Jesus hat ja nicht in einem Vakuum gelebt, sondern war Teil der Bewegung der Suche der Menschen nach Gott und der Suche Gottes nach den Menschen. Darein tauchen wir ein, wenn wir die Schöpfung und die Geschichte Noachs hören, die Wanderungen Abrahams und des Mose nacherleben, die Erfahrungen, Hoffnungen und die Glaubensprüfungen Israels sichten, die Verheißungen des Jesaja und schließlich die Auferstehung Jesu Christi feiern. Und dies an einem ungewöhnlichen Ort: im Grillotheater in Essen.

Wer möchte, kann sich gern bei den Vorbereitungen kreativ beteiligen und in Workshops die Liturgie vertiefen und mitgestalten (Donnerstag,
Freitag, Samstag). Herzlich willkommen zu einer anderen Osterfeier!
(Gründonnerstag und Karfreitag setzen wir verschiedene Akzente

... siehe auch unter grüßGott / Citiypastoral.)


2. BERUFUNGSCOACHING

In der Abtei Münsterschwarzach der Benediktiner sammeln die Teilnehmer Erfahrungen mit sich selbst, indem sie ihre Sehnsüchte, Stärken, Lebenserfahrungen erforschen, sich selbst bewusst machen, wozu sie berufen sind, welche Veränderungen in ihrem (persönlichen, beruflichen, sozialen, familiären, geistlichen) Leben anstehen, welche Lebenssituation eine Anpassung erfordert, welche Ressourcen ihnen zur Verfügung stehen, welcher Wachstumsschritt als nächster dran ist.
Intensive Reflexion der eigenen Realität, persönliche Entwicklung und das Lernen aus der beginnenden Zukunft stehen im Mittelpunkt. Eine Zeit für mich selbst!

siehe Flyer


3. EXERZITIEN AUF DER STRASSE

Von Ende Juli bis Anfang August setzen wir uns dem unbekannten Gott aus, der uns auf den Straßen der Großstadt Essen begegnet. Wie Mose am brennenden Dornbusch erfuhr, wer er selbst ist, was seine Sendung ist, wer Gott für ihn ist, so suchen wir denselben Gott im Gewimmel der Großstadt, bei Menschen am urbanen Rand, bei Suchenden im Hauptbahnhof, der Kirche und der Moschee, den Begegnungen in der Fußgängerzone. Dort ist unser Meditationsraum! Dort erwartet uns unser Dornbusch, der Ort, wo die Liebe brennt, ohne zu verbrennen.

Straßenexerzitien beginnen mit der Aussendung, die Jesus seinen Jüngern zugemutet hat: wie Schafe unter die Wölfe zu gehen! Mit Gottvertrauen, ohne Angst, mit sich selbst und seinen Fragen, ohne Absicherung eines Exerzitienhauses. Es sind durchaus alternative Übungen in der Wirklichkeit.

Essen – Exerzitien auf der Straße

26. Juli, Freitag, 18:00 - 04. August, Sonntag, 14:00

Respektvolles Hören und Sehen

Bei Straßenexerzitien sind die Teilnehmenden auf der Straße unterwegs. Hierbei folgen sie den Bewegungen der eigenen Sehnsucht. Sie lassen sich ein auf ungewohnte Lebenswelten — oft auf Menschen am Rande der Gesellschaft. So üben sie, sich selbst, den anderen und darin Gott zu begegnen.

Die Straßenexerzitien werden getragen von Frauen und Männern verschiedener Konfessionen, die selbst bei diesen Exerzitien prägende Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten Menschen unterschiedlicher Lebenswelten und Weltanschauungen aus persönlichem Engagement. Dabei schöpfen wir aus dem Reichtum biblischer Überlieferung und christlicher Tradition. Einmal jährlich treffen wir uns zum Austausch und zur Weiterentwicklung der Praxis.

Die Straßenexerzitien sind eng verbunden mit dem Jesuiten und Arbeiterpriester Christian Herwartz (*1943). Er lebte in einer offenen Kommunität mit ausgegrenzten Menschen in Berlin-Kreuzberg. Ende der 1990er-Jahre baten ihn Einzelne, ihre persönliche geistliche Auszeit gerade in diesem Umfeld zu begleiten: Sie gingen auf die Straße, um ihrer inneren Sehnsucht zu folgen und dabei die Stimme Gottes zu entdecken. Aus diesen Anfängen entwickelten sich vielfältige Formen von Straßenexerzitien. Sie werden heute an verschiedenen Orten in Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Österreich und der Schweiz angeboten.

 

Begleitung: Lutz Müller, Uli Groß

Anmeldung bei: lutz.mueller@jesuiten.org  

Veranstaltungsort Abuna-Frans-Haus, Frohnhauser Str. 400 , 45144 Essen

Unterbringung in einfachsten Räumen; bitte Schlafsack und Isomatte mitbringen; Matratzen können auf Anfrage gestellt werden.

Kosten für Selbstverpflegung ca. € 50.

 

Mehr infos unter https://www.strassenexerzitien.de/

https://www.strassenexerzitien.de/faq/

 

5 Fragen an Pater Lutz Müller

Begegnung mit sich selbst. Der Seelsorger bietet Exerzitien auf der Strasse an.

BENE: Lieber Herr Müller, wir müssen mal ganz blöd nachfragen: Was sind Straßenexerzitien und was macht man da?

Lutz Müller: Das Wort Exerzitien bedeutet „Geistliche Übungen“. Es geht darum, Begegnungen auf der Straße zu üben. Straßenexerzitien heißt, ich nehme die Realität des Lebens ernst und erfahre die Begegnungen als Begegnungen mit Gott.

An wen richtet sich das Angebot?

Müller: Teilnehmen kann, wer bereit ist, sich der Wirklichkeit seines eigenen Lebens zu stellen. Die Teilnehmer werden in einem Gemeindehaus untergebracht. Nach dem gemeinsamen Frühstück geht‘s von neun bis 17 Uhr auf die Strasse, um 18 Uhr gibt es einen Gottesdienst, danach Abendessen und um 19.30 Uhr eine Austauschrunde.

Und was sollen die Teilnehmer auf der Straße dann genau machen?

Müller: Wir sagen ihnen, geht ohne jeglichen Komfort auf die Straße und schaut, was passiert. Und dann kommt es zunächst erstmal zur Begegnung mit sich selbst. Was möchte ich, was ärgert mich, was sind meine inneren Sehnsüchte? Das ist der Punkt, an dem die eigenen Gefühle ins Spiel kommen. Dann bin ich in Kontakt mit mir und meinen Bedürfnissen.

Es geht also zunächst um die Begegnung mit mir selbst und dann um die Begegnung mit anderen?

Müller: Im besten Falle. Wenn man allein unterwegs ist, merkt man schnell, dass man von anderen abhängig ist. Wer möchte, bekommt von uns eine Vorgabe für ein mögliches Gespräch. Die Teilnehmer sollen versuchen, Menschen auf der Straße in ein Gespräch zu verwickeln, in dem sie sagen: Ich suche Gott, können Sie mir dabei helfen? Wir empfehlen, nicht in Kinos oder Kaufhäuser zu gehen, weil dort der Konsum alles erdrückt. Es geht eher darum, Bettler, Drogenabhängige oder Obdachlose in den Blick zu nehmen.

Wie sind denn Ihre eigenen Erfahrungen?

Müller: Ich war auch ohne Geld und ohne Handy unterwegs. Es ging, aber ist nicht planbar. Ich verzichte auf jeden Plan, auf jede Ordnung und lasse mich überraschen von dem, was die Straße für mich bereithält. Ich habe entdeckt, in welcher Vielfalt Gott den Menschen begegnet. Mir gibt das Vertrauen in die Wirklichkeit.

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